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18.05.2008

Japan will RFID und Biometrie an Zigarettenautomaten einsetzen

Um Jugendlichen den Zugang zu Zigaretten aus Automaten zu verwähren, will Japan nun RFID und eine Gesichtserkennung einsetzen. Doch die Erfolgsaussichten sind gering.

Japanische Zigarettenautomaten
Mithilfe eines Fotos wird das Alter errechnet (Foto: Fujitaka)

Die japanische Tabak- industrie rüstet im Kampf gegen minder- jährige Raucher technisch auf und setzt künftig neben Legitimierungskarten auch eine Gesichts- erkennung an Automaten ein. Die Zigarettenautomaten werden dazu mit einer Kamera ausgestattet, die das Gesicht aufnimmt und anhand von Falten oder Tränensäcken das Alter des Zigarettenkäufers überprüft. Das Unternehmen Fujitaka will die Systeme demnächst auf den Markt bringen, wie das Branchenportal Digital World Tokio berichtet.

Im Gegensatz zu der hierzulande gebräuchlichen Methode der Authentifizierung über die Maestro-Karte werden in Japan spezielle Taspo-Karten ausgegeben, die nur jene Personen erhalten, die über 20 Jahre und somit laut Gesetz alt genug sind, um rauchen zu dürfen. Die Karten sind mit einem RFID-Chip ausgestattet und können auf diese Weise mit dem Automaten kommunizieren und die Kaufberechtigung verifizieren. Ebenfalls möglich ist es, die Karte mit Guthaben aufzuladen und somit die Zigaretten gleich zu bezahlen. Um eine Taspo-Karte zu bekommen, müssen Japaner einen Antrag stellen und dabei beweisen, dass sie altersmäßig berechtigt sind zu rauchen.

Die Gesichtserkennung soll nun als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme umgesetzt werden und vor allem Erwachsenen das ständige Mitführen der Taspo-Karte ersparen. "Durch die Gesichtserkennung wird es jedem Erwachsenen weiterhin ganz einfach möglich sein, Zigaretten zu kaufen", streicht Hajime Yamamoto von Fujitaka hervor. Nachdem der potenzielle Käufer von der integrierten Digitalkamera aufgenommen wurde, vergleicht das System das Foto mit 100.000 Portrait-Bildern, die in einer Datenbank abgespeichert sind. Anhand biometrischer Merkmale im Gesicht wird schließlich das Alter errechnet. Sollte das System zu der Auffassung kommen, der Käufer wäre zu jung, um rauchen zu dürfen, wird die Warenausgabe unterbunden. Die Technologie ist zwar noch nicht zugelassen, jedoch ist die Entwicklerfirma zuversichtlich, dass mithilfe der Gesichtserkennung die Anzahl der jungen Raucher in Japan verringert werden kann.

Die Erfolgsaussichten des Systems bezeichnet Digital World Tokio hingegen bereits als sehr dünn. "Ich sehe den Sinn nicht", wird ein jung aussehender Raucher aus Tokio zitiert. "Bekomme ich hier keine Zigaretten, so gehe ich in ein Geschäft. Die Angestellten sind dort so beschäftigt, dass sie sich nicht um mein Alter nicht kümmern." Mit dem Problem angenommen zu werden kämpft derweilen die Taspo-Karte. Die Anzahl der Registrierungen sei gering, zudem brächten Juristen Datenschutzbedenken vor, berichtet das Portal.

Quelle: www.pressetext.de