Mobile Baumkontrolle mit RFID
Die Gemeinde Borsdorf nutzt zur mobilen Kontrolle ihrer Bäume RFID-Tags und mobile Lesegeräte. Die Informationen werden in einem GIS-System weiterverarbeitet.
Seit November 2004 ist die "Richtlinie zur Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen" von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau als Regelwerk veröffentlicht. Um einer hinreichenden Verkehrssicherungspflicht und der Baumschutzverordnung nachzukommen, muss der Baumbestand einer Kommune regelmäßig überprüft und gepflegt werden. Vielerorts werden dazu noch Baumdaten mit Papier und Bleistift erfasst, und, zuück im Büro, manuell in Exceltabellen bzw. ins Geoinformationssystem (GIS) übertragen. Diese Methode ist aber nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern birgt auch das Risiko von Übertragungsfehlern und Baumverwechslungen.
In der kleinen Gemeinde Borsdorf bei Leipzig ist man deshalb dazu übergegangen, ein digitales Baumkataster mit Anbindung an ein GIS-System aufzubauen. Exakt 1547 Alleenbäume sind bisher mit baumverträglichen, wasserfesten Kunststoffschrauben markiert worden. Darin steckt jeweils ein RFID-Chip, der jeden Baum eindeutig identifiziert. Der zuständige Baumkontrolleur hat ein mobiles Lesegerät (PDA) bei sich, mit dem die ID eines jeden Baumes ermittelt werden kann. Sobald sich das Lesegerät in Reichweite des RFID-Tags befindet, öffnet sich eine Maske mit den Stammdaten des Baumes. Dazu zählen u.a. Alter, Art, Vitalität und Baumnummer. Vorort kann der Mitarbeiter weitere Daten, wie z.B. Schädigungen und die daraus resultierenden Pflegemaßnahmen eingeben. Zurück im Büro werden die Daten mittels Synchronisationssoftware an einen Server übertragen, und fließen in die POLYGIS Fachanwendung Baum ein. Vor der nächsten Begehung werden die Bäume, die kontrolliert werden sollen, in der GIS-Karte markiert und anschließend an das mobile Gerät übertragen.

Der Verwaltungsangestellte Andreas Burkard, der beim Ordnungsamt Borsdorf u.a. mit der Baumkontrolle und Pflege des Baumbestandes beauftragt ist, sieht viele Vorteile durch die neue Technologie. "Mit dieser Methode ist die Arbeitsersparnis im Bereich der Baumverwaltung enorm"."In solch hoher Qualität wie jetzt lagen noch nie Daten über Bäume vor". Auch die Zusammenarbeit mit anderen Gemeindeeinrichtungen, die beispielsweise für Pflegemaßnahmen zuständig sind, wurde erheblich verbessert, da diese ebenfalls Zugriff auf die Daten haben.
Die Geoinformationen zur genauen Darstellung der Bäume auf der Karte wurden im Vorfeld durch Straßenbefahrungen ermittelt. Neben den Standorten der Bäume wurden vorausschauend in diesem Zuge auch Straßenverkehrsflächen, Verkehrsschilder und Straßenbeleuchtung mit aufgenommen.
Quelle: POLYGIS 04/2008
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