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21.07.2008

Fünf Jahre nach dem RFID-Hype erste Ernüchterung

Fünf Jahre ist es jetzt her, seit die Metro Group mit ihrem "Future Store" einen regelrechten RFID-Hype heraufbeschwor. Mittlerweile ist es aber ruhiger geworden um die Funktechnik.

Metro

Vor allem im Massenmarkt haben sich die Erwartungen nicht erfüllt. Die Kennzeichnung von Verbrauchsgütern (Item-Level-Tagging) wird sich kurzfristig wohl kaum durchsetzen können. Das liegt in erster Linie an den immer noch zu hohen Preisen für die Funketiketten. Derzeit kosten diese zwischen 10 und 20 Cent. Bei einem Becher Joghurt wäre somit kein Gewinn mehr zu erzielen.

Laut Eldgar Fleich, Professor an der ETH Zürich und der Universität St. Gallen, können noch 15 Jahre vergehen, bis sich die RFID-Technologie auch im Einzelhandel flächendeckend durchsetzt. Derzeit wird lediglich in einigen Pilotprojekten die Kennzeichnung auf Artikelebene eingesetzt. Zu nennen sind hier die Metro-Tochter Kaufhof, Gerry Weber oder auch der Herrenausstatter Gardeur.

Im Pharmabereich hat sich die Technik hingegen durchgesetzt. Vor allem dient RFID der Fälschungssicherheit. Pfizer beispielsweise schützt sein Potenzmittel Viagra damit gegen billige, wirkungslose oder gefährliche Nachahmungsprodukte.

Die Automatisierung der Lieferkette ist auch noch nicht soweit vorangeschritten, wie es sich die Branchenriesen Waltmart und Metro vorgestellt haben - trotz Ausnutzung Ihrer Vormachtstellung und Druck auf abhängige Lieferanten. Lieferanten sehen nicht ein, wieso sie die Kosten tragen sollen, wenn der Händler den Nutzen davon hat. So kommt der Nutzen für Lieferanten erst mittelfristig zum tragen.

Vorteile ergeben sich besonders, wenn geschlossene Kreisläufe vorherrschen, wie z.B. in der Instandhaltung oder der Verwaltung von teuren Werkzeugen. VW und Airbus nutzen RFID-Lösungen, um den Verbleib von Spezialwerkzeugen zu überwachen.

Sehr verbreitet ist RFID inzwischen in der Transportlogistik. Einerseits kann der gesamte Weg der Ladung verfolgt werden, andererseits kann in Kombination mit Sensoren die Temperatur überwacht werden. Davon profitiert vor allem die Frischelogistik.

Metall, Flüssigkeiten und elektromagnetische Störfelder stellen immer noch technische Hindernisse dar und beeinträchtigen die Lesegenauigkeit. So muss für jedes Projekt individuell geplant werden. Eine Lösung von der Stange gibt es laut Dirk Masuhr, Projektmanager bei der GS1 Germany GmbH, noch nicht.

Die globale Standardisierung sei, laut Fleisch und Masuhr, so gut wie abgeschlossen. Sowohl der elektronische Produktcode (EPC) als auch die unterschiedlich genutzten Frequenzen der einzelnen Länder stellen keine Hindernisse mehr dar.

Quelle: Computerwoche 27/2008