RFID gegen Sodbrennen
Wissenschaftler des Southwestern Medical Centers in Texas haben zusammen mit Ingenieuren der Arlington Universität ein RFID-basiertes System entwickelt, mit dem Refluxösophagitis erkannt werden kann. Das System vereinfacht zudem die Erforschung der Begleitumstände dieser Erkrankung.

Refluxösophagitis (Gastroesophageal Reflux Disease [GERD]), auch Refluxkrankheit genannt, bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Speiseröhre (Ösophagus), hervorgerufen durch Verdauungssäfte, die aus dem Magen krankhaft zurückströmen (Reflux). Ursache ist eine Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre. Refluxsymptome wie z.B. das Sodbrennen gehören zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden in Industrieländern und treten bei 10 Prozent der Bevölkerung mehrmals wöchentlich auf.
Die Lösung kombiniert die RFID-Technologie mit einem Sensor, um Daten des Patienten zu messen und zu übermitteln. Ein RFID-Chip wird in die Speiseröhre eingesetzt und bleibt dort solange, bis dieser wieder von einem Arzt entfernt wird. Der RFID-Chip ist mit einem Sensor ausgestattet, der mittels elektrischer Impulse das Vorhandensein von Säure ermitteln kann. Die gesammelten Messdaten werden drahtlos zu einem Gerät übertragen, welches der Patient um den Hals trägt.
Da das Hauptziel ist, Refluxsymptome im Zusammenhang mit dem Essverhalten des Patienten zu erforschen, stellt das neu entwickelte RFID-System eine wesentliche Verbesserung zu bisherigen Methoden dar. Bislang wurden Untersuchungen vor allem mittels eines Katheder, der durch die Nase eingeführt wurde, vorgenommen. "Diese Prozedur ist sehr unangenehm, und wegen des Katheters kann man nicht wie gewohnt essen oder trinken," erklärt Dr. Tang, Teammitglied des Southwestern Medical Centers. Messergebnisse würden somit verfälscht werden. Der plastikummantelte RFID-Chip dagegen wird vom Patienten gar nicht bemerkt und nimmt keinen Einfluss auf das Verhalten beim Essen und Trinken.
Nach zweijähriger Entwicklungsphase wurde das System bisher nur in Simulationen erfolgreich gestestet. Im nächsten Schritt soll es in Tierversuchen seine Tauglichkeit unter Beweis stellen. Das Patent ist bereits angemeldet.
Mehr Informationen: www.utsouthwestern.edu
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