RFID-Robotor im Katastropheneinsatz

Forscher der Universität Freiburg haben ein System entwickelt, das für den Einsatz in Katastrophengebieten konzipiert wurde. Roboter mit passives RFID-Tags sorgen für eine Kartierung des Gebietes und senden Informationen an eine Kommandozentrale.

RFID-Roboter

RFID-Robotor der Universität Freiburg

Bereits nach dem Hurrikan Katrina im August 2005 wurden wichtige Informationen zu Gebäuden für nachfolgende Rettungstrupps in RFID- Transpondern hinterlegt. Basierend auf diesen Erfahrungen entwickelten die Freiburger Forscher dieses System weiter. Sie entwickelten ein RFID- gestütztes, städtisches Such- und Rettungs-Konzept, bei dem Roboter und Menschen zusammen arbeiten, um betroffene Zonen zu einer Karte zusammenzufügen und die Daten an eine Kommandozentrale zu übermitteln.

"Es funktioniert ähnlich wie bei Ameisen", sagt Alexander Kleiner, Forscher an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, der eine Doktorarbeit über RFID-basiertes Mapping für Such-und Rettungsdienste mit Robotern und Menschen schrieb. "Ameisen hinterlassen eine Spur. Die anderen können diese riechen, und somit feststellen, ob ein bestimmtes Gebiet bereits ausgekundschaftet ist." Ziel des Projektes, das finanziell gefördert wird von der Universität und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ist die Schaffung eines Systems zur effizienten Kartierung von Katastrophengebieten mit Hilfe von Menschen und Robotern, um Rettungsaktionen effizienter zu gestalten.

Beispielsweise könnten so nach einer Katastrophe wichtige Informationen direkt an den bereits überprüften Gebäuden hinterlassen werden. Andere Teams können die Informationen dann mit PDAs auslesen, und sofort den Gebäude-Status erkennen oder eine Empfehlung, wie sie weiter vorgehen sollen. Darüberhinaus können alle ausgelesenen RFID-Tags entlang eines Pfades miteinander in Verbindung gebracht werden, um die Lage der Tags zu berechnen und um einen konsistenten Plan zu erzeugen. Dies ist besonders hilfreich, wenn z.B. in der Nähe von Stahlbetonkonstruktionen GPS-Satelliten-Signale nicht zur Verfügung stehen.

Im vergangenen Jahr haben Kleiner und seine Kollegen das System mit passiven RFID-Tags auf dem Universitätscampus getestet. Noch in diesem Frühjahr 2008 wollen die Forscher einen Test mit Robotern durchführen, die mit aktiven Tags ausgestattet sind, um auch größere Lese-Distanzen zu erzielen.

Quelle: www.rfidjournal.com

Ähnliche News

Elektronische Pflichtkennzeichnung für Pferde Werden Pferde mit RFID-Chips ausgestattet, sind sie ein Leben lang identifizierbar. Deswegen hat die EU-Kommission die Kennzeichnung der Tiere zur Pflicht gemacht. Bereits innerhalb des ersten halben Jahres nach der Geburt soll der Chip angebracht werden. Wie üblich bei Tieren wird der Transponder per Injektion unter die Haut befördert. Betroffen sind sogenannte Equiden, also nicht nur ...
Kostenloses RFID-Magazin zum Download Seit Februar 2007 wird ein neues RFID-Magazin im PDF-Format angeboten. "SMARTMag" ist ein monatlich erscheinendes und kostenloses Online-Magazin für RFID-Technologie. Der rfid ready Verlag, Betreiber der Online-Plattform www.rfid-ready.de stellt Unternehmen und Interessierten ein neues Format für RFID-Technologie (Radio-Frequenz-Identifikation) zur Verfügung und rundet da...
Pilotprojekt in Essen: Galeria Kaufhof führt RFID ein Die Kaufhof Warenhaus AG führt in ihrer Filiale in Essen RFID ein. In der Abteilung für Herrenoberbekleidung sind rund 30 Tausend Artikel im Rahmen eines Pilotprojektes mit RFID-Smartlabeln ausgestattet worden. Die Technologie hilft dem Unternehmen, Abläufe zu beschleunigen und die Warenverfügbarkeit zu erhöhen. Vor allem aber ist das Ziel, mithilfe innovativer Anwendunge...
Kostenlose Studie zu Potentialen von RFID in der Logistik Das Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft an der Universität Bremen (BIBA) hat eine neue Studie zu den Potentialen der RFID-Technologie und möglichen Anwendungsbereichen in logistischen Prozessen veröffentlicht. Der Download im PDF-Format ist kostenlos, die gedruckte Version erhält man gegen eine Gebühr von 20 Euro. Neben Grundlagen und der D...
Siemens mit Schwerpunkt RFID auf Euro ID 2007 Siemens zeigt auf der diesjährigen Euro ID 2007 wie die automatische Identifikation für den Material- und Warenfluss aussehen kann. Die internationale Fachmesse für automatische Identifikation findet vom 8. bis 10. Mai in Köln statt. Ausstellungsschwerpunkte sind die Identifikationsprodukte zu den zukunftsträchtigen Technologien Data Matrix Code und RFID. Hierbei handelt e...
1 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 5
event_note

account_box Redaktion


folder