Brückeneinstürze mit RFID und Minihelikoptern verhindern

Viele Brücken in den USA, größtenteils in den 50er Jahren entstanden, leiden an Materialermüdung. Ingenieure wollen ein automatisiertes Frühwarnsystem entwickeln, das marode Bauwerke billig und effektiv überwachen soll.

Welche verheerenden Folgen Materialermüdung an Bauwerken haben kann, zeigte der Einsturz der Brücke in Mineapolis vor 2 Tagen. Damit sich solche Katastrophen nicht wiederholen, tüfteln Ingenieure des Los Alamos Laboratory (LANL) an Systemen, die eine automatische Überwachung sicherstellen. So könnten gefährdete Bauwerke rechtzeitig repariert oder zumindest gesperrt werden, bevor Schlimmeres passiert.

Brooklyn-Bridge

Dem Frühwarnsystem sollen RFID-Sensoren von der Größe einer Scheckkarte zugrunde liegen, die heute bereits existieren. Diese messen die elektrische Ladung an einer Oberfläche und geben sie per Funk weiter. Stahlträger oder Brückenpfeiler die unter einer mechanischen Spannung stehen, haben eine bestimmte elektrische Ladung. Werden Ladungsänderungen durch die Sensoren gemeldet, könnten dies Hinweise für Bauingenieure auf Materialermüdungen sein.

Die Stromversorgung der Fühler stellt gegenwärtig aber noch ein großes Problem dar. "Die Sensoren müssen für einen langen Zeitraum angebracht werden, und regelmäßig Batterien auszutauschen wäre wirklich nicht optimal", sagte Chuck Farrar, Projektleiter am LANL. Ein derzeitiger Plan sieht vor, Modellhelikopter einzusetzen, die einen starken Mikrowellensender oder eine Lichtquelle an Bord haben. Nacheinander sollen dann alle Sensoren angesteuert werden. Über eine Antenne oder eine Solarzelle könnten die Sensoren dann Energie aufnehmen, und damit ihren Messwert senden.

Ein weiteres Problem ist es, eine sinnvolle Mustererkennung zu finden, die herausfiltert, welche Ladungsänderung auf eine Materialermüdung hindeutet, und welche normal ist. An der Entwicklung eines Computerprogrammes, das diese Arbeit erledigt, forscht Farrar bereits seit einigen Jahren.

Erste Versuche des Frühwarnsystems beginnen bereits im kommenden Monat. An der Interstate-25 sollen dazu mehrere Hundert Messsensoren angebracht werden, die ein umfassendes Bild über den Zustand des Bauwerkes geben sollen.

Quelle: www.spiegel.de

Ähnliche News

Neue RFID-Erfindung schützt Fußgänger Eine neue Erfindung soll Fußgänger in gefährlichen Bereichen vor dem Überfahren schützen. Das "RFID Alarm"-genannte System von Athur Horn warnt bei Annäherung eines Fahrzeuges. Die Hauptidee von "RFID Alarm" ist, das Arbeiten in Gefahrenbereichen sicherer zu machen. Es soll vor allem in den Bereichen zum Einsatz kommen, in denen Fahrzeuge und Men...
RFID-Radio gestartet Professoren und Lehrbeauftragte der Academia RFID in Kanada starten mit ihrem RFID-Radio einen Podcast zum Thema RFID. Die Sendungen sind als Livestream oder Downloads in englischer und französicher Sprache verfügbar. Die Autoren Harold Boeck, Ygal Bendavid und Samuel Fosso Wamba sind allesamt Lehrende der Academia RFID, einem herstellerunabhängigen RFID-Trainings- und Zertifizieru...
Stadtbibliothek Mönchengladbach stellt auf RFID um Die Stadtbibliothek Mönchengladbach ist die erste in NRW, die ihr gesamtes System auf RFID und Selbstverbuchung umstellt. Somit können Bücher ohne Wartezeit und 24 Stunden am Tag ausgeliehen oder zurückgegeben werden. Viel Zeit werden die Besucher der Stadtbibliothek dann voraussichtlich ab 2009 sparen. Dann nämlich werden Ausleihe, Rückgabe und Gebührenzahlung ...
NASA testet RFID für künftige Mars-Missionen Die NASA möchte diesen Sommer mit Tests beginnen, die klären, ob die RFID-Technologie im Weltraum eingesetzt werden kann. Dies sei der erste Schritt für den RFID-Einsatz in zukünftigen bemannten Mars-Missionen, teilte ein NASA-Sprecher mit. So soll im Juli das Space-Shuttle "Endeavor" auf dem Weg zur internationalen Raumstation eine Vielzahl unterschiedlicher RFID-Tag...
RFID schafft Ordnung im Jeansregal Die Karstadt Warenhaus GmbH optimiert ihr Warenwirtschaftssystem mit modernster RFID-Technologie. Im Rahmen eines gerade gestarteten Pilotprojektes wird die Technologie ab August erstmals in einer Pilotfiliale eingesetzt. Das Ziel: Zufriedene Kunden, die ihr gewünschtes Produkt mit allen Größen und Farben jederzeit im Filialbestand vorfinden, sowie eine Vielzahl verbesserter Verkau...
1 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 5
event_note

account_box Redaktion


folder