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Erfolgsfaktoren

Zurzeit existieren bei der Einführung von RFID Probleme in technischer Hinsicht. Es gibt beispielsweise keine Standards für weltweit freie Frequenzen, die eine länderübergreifende Vernetzung von Warenströmen ermöglichen. Auch die Lesefehler, die bei der Bulk-Erfassung entstehen, müssen beseitigt werden. Diese Lesefehler treten besonders häufig auf, wenn Tags und Lesegeräte unterschiedlicher Hersteller kombiniert werden. Ebenso von Nachteil sind die Funkprobleme, die derzeit noch vorherrschen. Diese treten vor allem beim Einsatz in Kombination mit Metallen und Wasser auf. Bei aktiven Tags mit hoher Reichweite können zudem gesundheitsschädliche Strahlungen noch nicht sicher ausgeschlossen werden.

Neben den technischen Randbedingungen, die gemeistert werden müssen, existieren für die meisten Anwendungen auch keine Lösungen von der Stange, sodass für jeden Kunden individuell geplant werden muss. Dies zeigt sich in aufwendigen Tests und Versuchen vor der Einführung von RFID.

Ein weiterer problematischer Gesichtspunkt ist das deutlich erhöhte Datenaufkommen. Unternehmen wie Wal Mart haben mit konventioneller Technik bereits ein Volumen von 460 Terabyte an Kundendaten. Nach der geplanten Implementierung von RFID wird mit einem zusätzlichen Datenaufkommen von mehreren Terabyte pro Tag gerechnet. Dazu müssen zunächst einmal die nötigen Hardwarevoraussetzungen geschaffen werden. Das bloße Ablegen der Daten wird angesichts immer leistungsstärkerer Rechner nicht mehr als so problematisch angesehen. Das gezielte Heraussuchen bestimmter Zusammenhänge oder Einzelheiten zu einem Datensatz, also die Business Intelligence, ist dagegen wesentlich komplexer. So kann eine ausgelesene Produktnummer sehr unterschiedliche Botschaften vermitteln. Soll beispielsweise an einem intelligenten Regal die Entnahme eines Artikels registriert werden, erhält man derzeit diese Botschaft nur, wenn man Umwege geht. Lesegeräte an den Regalen fragen dazu in regelmäßigen Abständen die Artikel nach ihren Produktnummern ab und vergleichen diese mit der letzten Abfrage. Erst wenn eine Nummer nicht mehr auftaucht, wird eine nachgeschaltete Software aktiv.

Neben den technischen Problemen verhindern derzeit noch zu hohe Transponderpreise den flächendeckenden Einsatz von RFID. So bieten sich z. B. im Bereich Produktion erhebliche Effizienz- und Kostenvorteile durch neue Möglichkeiten der Prozesssteuerung und Materialverfolgung, jedoch wird erst ab einer gewissen Mindestgröße ein positiver Return-on-Investment erreicht. Ähnliches gilt für Logistikdienstleister: Diese profitieren vor allem durch Geschwindigkeitsvorteile, durch die Optimierung ihrer Betriebsmittel und durch eine höhere Kundenzufriedenheit. Eine Umstellung auf RFID lohnt sich zurzeit aber nur für große Unternehmen mit entsprechend hoher (Betriebsmittlel-) Stückzahl und Umlaufgeschwindigkeit.